Was bedeutet "Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden"?(zum Vergroessern bitte klicken)
Was bedeutet "Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden"?
Brüdergemeinden
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand in England die so genannte Brüderbewegung. Diese Bewegung kannte keine Pastoren und betonte die Priesterschaft aller Gläubigen. Im Mittelpunkt der Frömmigkeit steht die gemeinsame Mahlfeier, die ohne feste Liturgie gefeiert wurde. In Deutschland entstand die erste Gemeinde der Brüderbewegung 1843 in Stuttgart durch Georg Müller, einen Deutschen, der in England die ersten Waisenhäuser gegründet hatte. Schon bald entstanden weitere Gemeinden. Nach einem Verbot der freien Brüderbewegung mussten sich die Gemeinden während des dritten Reichen zum Bund freikirchlicher Christen zusammenschließen.
Baptisten
1823 begann Johann Gerhard Oncken, damals Mitarbeiter einer überkonfessionellen britischen Missionsgesellschaft, mit missionarischen Veranstaltungen in Hamburg. Gemeinsam mit dem lutherischen Pfarrer Johann Wilhelm Rautenberg gründete er 1625 in Hamburg St. Georg die erste deutsche Sonntagsschule. Immer mehr erkannte Oncken in der Kindertaufe die Ursache für von ihm gesehene Probleme der Volkskirche. Durch Bibelstudium gelangten er und andere zu der Erkenntnis, dass die neutestamentliche Taufpraxis den Glauben voraussetzt. 1834 geschah eine Gläubigentaufe durch Untertauchen in der Elbe. Sehr schnell entstanden durch intensive Missionstätigkeit Gemeinden in Deutschland und ganz Europa. Als durch die Deutsche Revolution von 1848 eine größere religiöse Freiheit herrschte, wurde der Bund der Vereinigten Gemeinden getaufter Christen gegründet, der sich später in Bund der Baptistengemeinden umbenannte.
Unter dem Namen Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden schlossen sich Baptisten- und Brüdergemeinden 1942 zusammen.
Der Name will deutlich machen:
Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden sind evangelisch, weil sie das Evangelium, die gute Nachricht von Jesus Christus und der Liebe Gottes, allen Menschen in Wort und Tat weitergeben wollen.
Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden sind eine Freikirche, weil sie für die freie und persönliche Glaubensentscheidung des Einzelnen eintreten und weil sie gegenüber dem Staat und anderen Institutionen unabhängig sind. Sie erheben keine Kirchensteuern und finanzieren ihre Arbeit durch freiwillige Spenden und Mitgliederbeiträge.
Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden legen Wert auf die Gemeinde, weil sie die Überzeugung teilen, dass Christen einander auf dem Weg des Glaubens helfen und miteinander den Menschen dienen sollten.
Mit allen anderen christlichen Kirchen bejahen
Evangelisch-Freikirchliche christen die Inhalte des som genannten apostolischen glaubensbekenntnisses (Apostolikum). Die ist auch dem Glaubensbekenntnis des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden – „Rechenschaft vom Glauben“ vorangestellt.
Welche Verbindungen gibt es zu anderen Kirchen?(zum Vergroessern bitte klicken)
Welche Verbindungen gibt es zu anderen Kirchen?
Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden arbeitet mit anderen Kirchen in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) zusammen, zu deren Gründungsmitgliedern er gehört.
Enge Kontakte gibt es im evangelischen Bereich auch zur evangelischen Landeskirche (EKD) und ihren Gliedkirchen.
Die älteste zwischenkirchliche Verbindung in Deutschland ist die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF), die die Baptisten gemeinsam mit den Methodisten und dem Bund Freier evangelischer Gemeinden 1926 gründeten.
Viele Mitglieder des BEFG arbeiten im Rahmen der Deutschen Evangelischen Allianz mit Christen aus anderen evangelischen Kirchen und in gemeinsamen Aktionen und Projekten wie "ProChrist" und dem "Jahr der Bibel" zusammen.
Worin unterscheiden sich "Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden" von anderen Kirchen?(zum Vergroessern bitte klicken)
Worin unterscheiden sich "Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden" von anderen Kirchen?
Die Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden unterscheiden sich von anderen (Landes-) Kirchen durch ihre Taufpraxis und ihr Gemeindeverständnis.
Die 1834 von dem Hamburger Kaufmann Johann Gerhard Oncken (1800 bis 1884) in Deutschland gegründeten Baptisten praktizieren die Taufe der Glaubenden und lehnen die Kindertaufe als unbiblisch ab.
Die Gemeinden sind relativ überschaubar, da sie nur aus getauften Mitgliedern bestehen. Dadurch entsteht oft eine familiäre Atmosphäre.
Die Gottesdienste sind offen für Gäste.
Die Gemeinden sind in regionalen Verbänden (Landesverbänden) zusammengeschlossen. Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Wölmersen gehört zum Landesverband Südwest, der Gemeinden in den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Saarland umfasst.
Die einzelnen Gemeinden sind gegenüber dem Bund eigenständig. Sie finanzieren und verwalten sich selbst. Im Gemeindeleben wird das ”Laienelement” stark betont. Nach evangelisch-freikirchlichem Verständnis gibt es keine kirchliche Handlung, die ausschließlich ”Amtsträgern” vorbehalten wäre.
Warum werden in Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden keine Säuglinge getauft?(zum Vergroessern bitte klicken)
Warum werden in Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden keine Säuglinge getauft?
Weil der Glaube es immer mit einer bewussten Lebensentscheidung zu tun hat, bei der kein Mensch einen anderen vertreten kann. Eltern und eine Gemeinde können Kinder - auch ihren Glauben - fördern und begleiten, aber in dieser Frage nicht stellvertretend für sie entscheiden.
Die Glaubensentscheidung wird als Voraussetzung für die Taufe angesehen. Im Neuen Testament (Markus 16, 16) heißt es: "Wer da glaubt und getauft wird…"
Daraus leiten sie ab, dass niemand ohne persönlichen Glauben getauft werden sollte. In der Praxis ist darum die Taufe immer auch mit einem öffentlich abgelegten Glaubensbekenntnis des Täuflings verbunden.
Dass Glaube auch eine Einladung und ein Geschenk Gottes ist, wird durch dieses Taufverständnis nicht in Frage gestellt. Vielmehr werden Bekenntnis und Taufe als Antwort des Menschen auf die Anrede Gottes verstanden. [...]
Es ist in Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden üblich, dass Säuglinge - oft gemeinsam mit ihrer Familie - in einem Gottesdienst gesegnet werden.







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